AUDIODIGITALE - FESTIVAL FÜR ELEKTRONISCHE MUSIK UND DIGITALE POPKULTUR

FREITAG 02.10.2009 | EINLASS: 20 Uhr | EINTRITT: 5,- Euro

AUDIODIGITALE PRÄSENTIERT: GEISTER IN CONCERT
Ein paranormaler Konzertabend mit Scanner (UK), Tim Hecker  (CAN) Carl Michael von Hausswolff (SE)
und [multer] (DE)


Geistermusik in der Dortmunder PHÖNIX Halle

geister_plakatKönnen Tote mit den Lebenden Kontakt aufnehmen? Eine Frage, die sich die Menschen wohl seit Jahrhunderten stellen. Welche Kommunikationswege „Geister“ im Zeitalter von Elektronik und digitaler Kommunikation nutzen könnten, damit beschäftigt sich die aktuelle Ausstellung des Hartware MedienKunstVerein „Wach sind nur die Geister - Über Gespenster und ihre Medien“, die bereits seit Mai in der Dortmunder PHOENIX-Halle zu sehen ist. Unter den 22 in der Ausstellung vertretenen Künstlern finden sich auch einige der wichtigsten Musiker der internationalen Szene elektronischer Musik.
Inspiriert und in Anlehnung an die Untersuchungen des Schweden Friedrich Jürgenson, der bereits in den 60er Jahren vermeintliche „Geisterstimmen“ auf Tonbandaufzeichnungen entdeckte, setzen sie sich auseinander mit dem Hörbaren und Unhörbaren im Weißen Rauschen und anderen Quellen. Mit Scanner, Tim Hecker und Carl Michael Hausswolff vereint das Dortmunder Festival Audiodigitale nun drei dieser Musiker zu einem Konzertabend in der PHOENIX Halle.
Ein einzigartiger Abend, der zugleich einen kleinen Vorgeschmack gibt auf das noch junge Festival für elektronische Musik und digitale Popkultur, welches 2010 erstmals mit Konzert- und Clubabenden, Installationen und einer Konferenz zur digitalen Musikkultur im und um das Dortmund U stattfinden wird. Als direkten Nachfolger Jürgensons sieht sich der Schwede Carl Michael von Hausswolff. Mit Hilfe von verschiedenen elektronischen Konstruktionen versucht er beim Überspielen von Bildern, Rauschen oder reinen Sinustönen ebensolche Stimmen und Geräusche zu entdecken, die im Original nicht vorhanden waren.
Auch der Brite Robin Rimbaud alias Scanner beschäftigt sich bereits seit den 90er Jahren auf ganz eigene Weise mit Stimmen aus dem Off. In seine atmosphärischen Ambientklänge lässt er Fragmente aus heimlich abgehörten Mobilfunktelefonaten einfließen. Der Kanadier Tim Hecker wiederum scheint im Weißen Rauschen seine Heimat gefunden zu haben. In diesem lässt er auf seinen Alben „Radio Amor“, „Harmony in Ultraviolet“ und „An Imaginary Country“ auf fragile und hochpoetische Weise Klänge von Klavier, Streichern und Elektronik verhallen. Den Auftakt des Abends macht das Dortmunder Projekt [multer], dass auch an der Ümsetzung der in der Ausstellung zu hörenden Radiostation der Internationalen Nekronautischen Gesellschaft (INS) beteiligt war. Ein paranormaler Konzertabend nicht nur für Freunde elektronischer Klanggestaltung.

Phönixhalle Dortmund, Phönixplatz 4 (Hochofenstr./ Ecke Rombergstr.) , 44263 Dortmund-Hörde